pp59 trends - Datenschutz? Na sicher!

„Ich bin davon überzeugt, dass es nur zwei Arten von Unternehmen gibt: diejenigen, die schon gehackt wurden, und die, die noch gehackt werden“. Mit diesen Worten brachte der ehemalige FBI-Direktor Robert Mueller das Risiko von Cyberkriminalität im Jahr 2012 auf den Punkt. Und die vergangenen Jahre geben ihm mehr als recht: Identitätsdiebstähle, Internetkriminalität, der Raub von Milliarden Benutzernamen und Passwörtern, Abhöraktionen des Deutschen Bundestages u.v.m. zeigen immer wieder schmerzlich, wie verwundbar wir sind und dass es jeden treffen kann. Der Megatrend Digitalisierung – und mit ihm Entwicklungen wie Industrie 4.0, Social Media, Big Data, Cloud Computing und Online-Banking – birgt nicht nur Chancen, sondern führt im Kielwasser des Datenstroms auch große Herausforderungen für den Datenschutz mit sich. So schätzt das Bundesamt für Verfassungsschutz die jährlichen Schäden, die deutschen Unternehmen aufgrund von Wirtschaftsspionage und Cyberkriminalität entstehen, auf mindestens 50 Mrd. Euro. Wie ernst die Unternehmen selbst diese Gefahr nehmen, zeigt eine Studie der NIFIS Nationale Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit e.V. aus dem Jahre 2015: 91% der deutschen Unternehmen gaben demnach an, dass sie im Datenschutz den wichtigsten IT-Sicherheitstrend für 2016 verorten. Als Grund hierfür nennen 87% der Unternehmen die „Prism“-Enthüllungen und ihre Nachfolge-Skandale, die der frühere Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden ins Rollen brachte.

Auch Privatpersonen sind für das Thema Datenschutz sensibilisiert, allen voran die Deutschen, so das Ergebnis einer länderübergreifenden repräsentativen Studie des US-amerikanischen Unternehmens Frog, die in der Zeitschrift Harvard Business Review veröffentlicht wurde. Im Vergleich zu Internetnutzern aus den USA, Großbritannien, China und Indien messen die Deutschen ihren Daten den höchsten Wert bei. Das Ranking der sensibelsten Daten wird von Informationen zum Gesundheitszustand angeführt, gefolgt von Personalausweisdaten, Kreditkarteninformationen und digitalen Kommunikationsdaten. Interessant ist dabei, dass Massenproteste, wie sie z.B. in den 1980er Jahren von der geplanten Volkszählung der damaligen Bundesregierung ausgelöst wurden, trotz aller Abhörskandale und Enthüllungen bislang ausblieben. Im Gegenteil: Heute sind es nicht selten Regierungsorgane und Institutionen, die auf gesetzliche Änderungen und kontinuierliche Aufklärung drängen – angefangen bei der BMWi-Initiative IT-Sicherheit in der Wirtschaft über Kampagnen der Landesregierungen wie „Na sicher! NRW“ bis hin zu Awareness-Aktionen der Verbraucherzentralen oder der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Neben Plakaten, Online-Spots und praktischen Tipps sind es auch haptische Werbeträger, die für den handfesten Schutz vor Datendieben eingesetzt werden. Die Ansatzpunkte der Produkte sind dabei so vielfältig wie die Methoden der Cyberkriminalität. Werbeartikel mit großem Nutzen, an prominenter Stelle positioniert, sind z.B. Spezialsticker, mit denen sich Webcams von PCBildschirmen, Laptops, Tablets, Smartphones oder Spielekonsolen abkleben lassen. Ein Produkt, das schon das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in seinem Materialpaket „Stop!“ Geheim“ eingesetzt hat, um Kinder und Jugendliche für den Datenschutz zu sensibilisieren. Ebenso hilfreich und ideal als Werbefläche nutzbar sind Schlüsselanhänger in Kartenform, die Wörter Buchstabe für Buchstabe in kryptische Passwörter mit hoher Zeichenvielfalt übersetzen. Wertvolle Dienste leisten auch spezielle Schutzhüllen, Etuis und Portemonnaies, die Kredit-, Ausweis- und Krankenkassenkarten mit RFID- oder NFC-Chip vor dem unbemerkten Auslesen per Funktechnologie schützen. Alles in allem ein Produktportfolio, das sowohl für die B2B- als auch für die B2C-Kommunikation attraktiv ist, da es über den hohen Nutzwert hinaus auch die Botschaft von Sicherheit transportiert – ein Wert, den man aktuell wohl kaum zu hoch einschätzen kann.

// Andrea Bothe

Bildquelle: Cottel.com (1); Eurostyle – Emil Kreher Lederwarenfabrik GmbH & Co. KG (1); Hey!blau Labs e.K (1); Promowolsch – The Customer Factory Wolfgang Schmidt (1); Thinkstock (1)

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