Zwischenablage01Die Supermarktkette Rewe hat eine Rabattaktion zu früh abgebrochen und Kunden damit in die Irre geführt – so lautet ein am 15. November 2013 veröffentlichtes Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH). Rewe hatte im Frühjahr 2011 in Zusammenarbeit mit dem Markenhersteller Zwilling für eine „Treuepunkt“-Aktion geworben, bei der Kunden für 5 Euro Einkaufswert einen „Treuepunkt“ erhielten, der in ein zu der Aktion gehörendes „Rabattheft“ geklebt wurde. Wenn ein Heft vollgeklebt war, konnte der Kunde dieses einlösen und gegen Zahlung eines im Verhältnis zum tatsächlichen Wert geringen Aufpreises in den Rewe-Märkten Messer von Zwilling erwerben. Die Kunden wurden im „Rabattheft“ darauf hingewiesen, dass sie bis zum 23. Juli 2011 die „Treuepunkte“ sammeln und sie bis zum 6. August 2011 einlösen könnten. Bereits zwei Monate vor dem geplanten Ende stellte Rewe die Rabattaktion jedoch ein, weil der Vorrat an 3,2 Mio. Messern bereits aufgebraucht war. Dagegen klagte die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg und bekam vom BGH Recht, der das Vorgehen von Rewe als „Irreführung der Verbraucher“ wertete. Rabattmarken seien zudem „eine Art Währung“, die nicht einfach verfallen dürften. Außerdem hätte Rewe „den enttäuschten Kunden eine Alternative anbieten müssen“ (Az. I ZR 175/12).

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